Ausstellungen

ma 16 plakat vorlageMITGLIEDERAUSSTELLUNG 2016 | 4. Dezember 2016 bis 8. Januar 2017

 

 

 

lichtkunst_16

WASSERBURG LEUCHTET – LICHTKUNST IM GANSERHAUS | 17.09. – 09.10.2016

 

Fritz Armbruster | Gabriele Granzer | Gerhard Grimmeisen | Florian Lechner Thomas Rock | Stefan Scherer | Adelheid Schmidinger | Hans Schork

Donnerstag bis Sonntag 14.00 bis 19:00 Uhr |

Galerie im Ganserhaus

Vernissage | Freitag, 16.09.2016, 20.00 Uhr

 

Scherer

schere licht

 Rock

rock licht

 Schmidinger

schmidinger

Armbruster / Lechner

armbruster lechner

Schork

schork

Granzer

Granzer

Grimmeisen

grimmeisen

Süddeutsche zeitung

presse wbg leuchtet

Stefan Scherer | Kunst und Texte | Wasserburg leuchtet – Lichtkunst im Ganserhaus | 16.09.2016

Wie so oft, wenn ich Einführungsreden schreibe, steh ich erstmal vor dem Nichts und alles ist dunkel und dann hangele ich mich von Wort zu Wort, also wie jetzt vom Dunklen ins Helle  oder in die rhetorische Erleuchtung und schleich mich bis an´s erlösende Stichwort, diesmal: “Wasserburg leuchtet“ oder „Lichtkunst im Ganserhaus“.

„Lichtkunst im Ganserhaus“ das bedeutet der Versuch eine Ausstellung mit Lichtraumzeichnungen, Lichtskulpturen, Neonröhrenkunst, Leuchtobjekten und Fotografien zu konzipieren, die nicht nur als ästhetische Ergänzung zum unserem Stadtfest „Wasserburg leuchtet“ gesehen werden kann, sondern auch als Angebot künstlerischer Neubewertung der Farb- und Klangwelten, die als Lichteffekt- und Lasershows weltweit inszeniert werden. Und wenn ich als Provinzliebhaber und Tellerrandverehrer an „weltweit“ denke, bietet sich mir das Fête des Lumières im französischen Lyon, das Amsterdam Light Festival, das Berliner Festival of Lights, das VIVID in Sydney, das gänzliche unelektronische Loy Krathong Festival in Thailand oder die riesige Light- und Kunstshow über der Marina Bay in Singapor. Und aus einer extraterrestrischen Perspektive böte sich uns sogar ein anhaltendes Festival planetarischer Erleuchtung aus einem, die ganze Welt überziehenden Teppich unendlicher Lichtpunkte, wie eine sich epidemisch ausbreitende Weltentzündung, so als würden Milliarden Geistesblitze die Milchstrasse provozieren.

Eine Nummer kleiner, dafür erhellend geistreich stellen uns heute Abend in dieser Ausstellung 8 Künstler die Ergebnisse ihrer Überlegungen, Intuitionen und Geistesblitze zum Thema Licht zur Verfügung. Das beginnt mit einer Serie von Fotografien der Künstlerin und Grafikdesignerin Adelheid Schmidinger von denen ich hier umgeben bin. Mich sprachen dabei besonders die beiden Fotografien „Tanz“ und „Körper und Geist“ an und wie sie miteinander korrespondieren. Das linke, also „Körper und Geist“, malerisch weich in seiner Transparenz und graphisch fest in der Schwarzweiß-Anmutung und daneben der „Tanz“, das Bild einer Tanzgruppe aber mit den gleichen Gestaltungsmitteln dargestellt. Ich finde die Kombination deswegen so interessant, weil sich die Fotografien ästhetisch, wie in ihrer Erzählung gegenseitig zu abstrahieren scheinen; Körper die sich im Licht entmaterialisieren, sich quasi in Rauch auflösen und daneben der sich materialisierende Atem im vergehenden Körper einer transparenten Wolke. Eine schöne Metapher für Schein und Sein

Als nächstes im Rundgang folgt die komplexe und raumgreifende Licht und Sound-Installation „Ganserhaus leuchtet“ von Fritz Armbruster. Was sich da in den kleinen flurartigen Raum drängt ist nicht nur ein wuchtiges Multimedia-Aggregat, sondern das zu einem Licht und Soundmöbel mutierte Zusammenspiel verschiedener Künstler und Kunstgattungen. Auf einem Monitor an der Frontseite der Installation lässt sich Peter Ludwigs Film „ Heaven“ abspielen; ein Film über den Himmel aus der Perspektive durchfahrener Alleen und mittelalterlicher Straßenschluchten der Stadt Wasserburg. Durch betätigen verschiedener Knöpfe und Schalter kann der Benutzer dieses Kunstaggregats Szenen wiederholen oder aufteilen. Darüber hinaus kann man Titel und Impressum abrufen und Einblicke in weitere Arbeiten des federführenden Künstlers Fritz Armbrusters anklicken. Hinter dem Videoblock der Installation sind weitere kleine Fenster horizontal eingelassen aus denen die Malerei-Zyklen: „Griechischen Impressionen“ und „Anatolische Kreise“ des polyglotten Fritz Armbruster herausleuchten. Ganz am Ende gibt es eine kleine Sitzgelegenheit und einen Kopfhörer aus dem Musiken von Sara Kober zu hören sind. Dieses erstaunliche Ding, Kunstmöbel, Multimedia-Installation, Ausstellungsobjekt ist ganz eindeutig der satten Erfahrung des Museumsmanns und Ausstellungsbauers Fritz Armbruster geschuldet, aber auch der Freude des Künstlers Fritz Armbruster an künstlerischer Kooperation und den sich daraus ergebenen kreativen Synergien

Nebenan versuche ich mich in Neonröhrenkunst, – das Wort setzte ich aber mal in Anführungsstriche. Bei meinen Lichtobjekten ging es mir mehr um den skulpturalen Charakter dieser Arbeiten, also etwas, das von innen nach außen strahlt und nicht etwa wie bei dem Lichtkunst-Urgestein Dan Flavin, dem es vor allem um die Lichtatmosphäre des Raumes geht. So darf man beispielsweise das Objekt oder Materialbild „Jupps Heilungsdings“ als kritisch-humoreske Bemerkung zu den bis heute virulenten Heilserwartungen an Kunst und Künstler, wie sie besonders Ende der 70 Jahre, beispielsweise im schamanistischen Auftreten Josef Beuys zu beobachten war.

Die Arbeit „Tabledance“ in der Mitte des Raumes hat eigentlich zwei Ursprünge. Zum einen ist die Edelstahlkonstruktion tatsächlich das Fragment eines Tabledance-Tisches, den ein allseits bekannter Wasserburger Wirt in seinem Keller installieren ließ. Irgendwie setzte sich die Idee in Wasserburg und das Tischchen landete bei mir im Atelier. Zum anderen ist das Objekt eine Hommage an die amerikanische Tänzerin Loïe Fuller und ihren Auftritt in den Pariser Folies Bergère 1892. Eingehüllt in einen überdimensionierten, weißen Umhang zeigte sie sich dem Publikum vom scharfen Strahl einer im Bühnenboden eingelassen Lichtbogenlampe beschienen, als lebendige Lichtskulptur mit einem Tanz, der die industrielle Revolution als ästhetisches Ereignis zu feiern schien. „Je sculpte de la lumière.“„Ich forme Licht.“ überschrieb die Tänzerin programmatisch ihr Schaffen und unterstrich damit die Forderung nach einer abstrakten Kunst, die weniger als unmittelbarer Ausdruck gesellschaftlicher Realität entsteht, sondern vielmehr als Behauptung einer ästhetischen Gegenwelt.“

Und nichts ist mir lieber als diese ästhetische Gegenwelt und kaum etwas lehne ich mehr ab als diese, immer wieder erhobenen Forderung der Kulturjournaille Künstler müssten ob ihrer vermeintlich besonderen Fähigkeiten etwas außerordentliches zur Verbesserung oder Heilung dieser gesellschaftlichen Realität beitragen

Ein Stockwerk darüber zeigt ein Lichtkünstler der ersten Stunde seine Arbeiten. „In seinen Kastln, wie Hans Schork sie bescheiden nennt, tauchen Lichtpunke auf und verschwinden unversehens im Dunkeln, um plötzlich an einer anderen, unvermuteten Stelle wieder aufzutauchen.

Linien kreuzen sich, Sternbilder entstehen und verlöschen im nächsten Augenblick. Man meint der Entstehung von Welten im fernen Kosmos beizuwohnen oder sitzt in einer fliegenden Untertasse und jagt über lichtsprühende Städte tief unten in dunkler Nacht. Ich zitiere das aus einem Katalogbeitrag zu einer Ausstellung in Schorks Heimatstadt Aschaffenburg. Weiter heißt es darin: Schorks Leuchtkästen sind zunächst einmal Ergebnis einer rein mechanischen Tüftelei, der sich der ehemalige Vermessungs-Ingenieur gern und ausgiebig hingibt. Nach einer Skizze mit Linien und Punkten fertigt der Lichtkünstler zwei schwarze Schablonen auf Plexiglas an. Die zweite, sich drehende Schablone wird von hinten beleuchtet und erzeugt für den Betrachter jene Lichtzaubereien an denen man sich nicht satt sehen kann

Für mich haben Hans Schorks Leuchtkästen sogar etwas prophetisches – auch wenn ich mich damit – quasi in den Nachthimmel – weit aus dem Fenster hänge. Denn es ist, als würde uns Hans Schork Ersatz schaffen für den Verlust durch die zunehmende Lichtverschmutzung der für unsere Vorgenerationen noch selbstverständlichen Naturphänomene, die nur bei weitgehender Dunkelheit zu sehen sind, wie die Milchstraße, die unmittelbare Erfahrung der Planeten, Sternschnuppen oder auch Glühwürmchen.

Nicht prophetisch dafür aber projiziert sind Florian Lechners Lichtraumzeichnung. Der vielbeschäftige, junge Florian Lechner selbst bezeichnet sein Werk als Lichtskulptur und beschreibt es wie folgt: Die Arbeit ist eine vor Ort im Raum entwickelte Lichtskulptur als Live-Performance auf Basis von Licht, bzw. Nichtlicht und den Faktoren Bewegung und Zeit. Die einzelnen grafischen Licht und Nichtlichtfelder tangieren die vorgefundene räumliche Architektur. Trotz des filmischen Charakters, liegt der Schwerpunkt der Arbeit auf der räumlich dekonstruktivistischen Qualität. Auf dem Rechner läuft live im Loop die zur Entwicklung der Arbeit genutzte Präsentationssoftware.

Wenn man sich dieser zunächst an ein Schattenspiel erinnernden Performance aussetzt, erlebt man/frau die erstaunlichsten Dinge. Es ändert sich nicht nur ständig die Architektur des Raumes und seine Referenzpunkte, sondern auch der eigene Standort gerät ins wanken. Florian Lechner gelingt so auf das eleganteste nicht nur eine, mich zuweilen an das Bauhaus oder den russischen Konstruktivismus erinnernde Bilderfolge, sondern eine so ästhetisch, wie irritierende Infragestellung des eigenen Standpunkts

Ein, wie ich meine, wirkliches Highlight, um nicht zu sagen Blacklight dieser Ausstellung begegnet uns mit Gabriele Granzers „Raumtraum“ Es ist ein ca. 160 mal 160 großer Kubus aus in jeweils 30 cm Abstand an Nylonschnüre gehängten Tischtennisbällen. Die im abgedunkelten Raum und in Schwarzlicht getauchte Installation, scheint durch diese spezielle Illumination ein besonderes Geheimnis zu verströmen. Man kann nicht sicher sein, ob diese bläulich schimmernden Kugeln sich nicht jeden Augenblick in Bewegung setzten oder es vielleicht schon getan haben, als befände man sich mitten in einem künstlichen Kosmos nicht wahrnehmbar kreisender und schwebender Himmelskörper. Beeindruckend dabei ist wie soviel Leichtigkeit und Transparenz so wirkungsvoll, ja mächtig sein kann  Gabrieles Granzers Raum(t)raum scheint aber ganz so, wie das Licht selbst zu funktionieren; es stellt sich einem nicht entgegen, sondern umschließt den Betrachter und zeigt sich darin als besonderes emotionales Ereignis.

Eine abgekühltere Variante von Lichtkunst zeigt Thomas Rock in sechs Objekten. Thomas Rock spielt mit der Ästhetik von häuslichen Diashows bis urbanen Leuchtreklamen und schafft dabei teils absurde Zusammenhänge. Auch wenn beispielweise seine elegant mit farbigen Ledsleuchten variierenden Lichtspiele wie Dan Flavin oder John Armlehner daherkommen, ist doch die Ironie und der urbane Blick ganz unverkennbar Thomas Rocks Markenzeichen und in dieser Ausstellung sein Alleinstellungs-Merkmal.

Das Alleinstellungsmerkmal der besonderen Art aber befindet sich im Keller. Wir sind nämlich diesmal das Abenteuer eingegangen einen veritabeln Designer einzuladen und uns gemeinsam künstlerisch mit seinen Produkten auseinanderzusetzen. Herausgekommen dabei ist das Environment Daisy, eine Gemeinschaftsarbeit des Wasserburger Designers Gerhard Grimmeisen und mir mit einer kleinen akustischen Anleihe bei Stanley Kubrik. Die Aufgabe war Gerhard Grimmeisen preisgekrönte Designerleuchten in ein zweckfreies Kunstprodukt zu überführen. Also änderten wir Kontext und Funktion bis sich die noblen Designerarbeiten Gerhard Grimmeisens in schwebende und keiner weiteren Funktion zuzuordnende Objekte verwandelten. Einige von Grimmeisen erfundenen Tools dieser Leuchten beließen wir aber. So lässt sich beispielsweise eins, der im Gewölbe schwebenden Lichtflächen durch Gesten in Bezug auf Farbe und Helligkeit steuern. Ein anderes fährt einen vorprogrammierten Lichtfarbenverlauf ab.

Ich empfand Gerhards schwebende Leuchten als Super-Sience-Fiktion und insbesondere das Design, der in eine quadratisch Flache gebetteten runden Halbkugel, die im übrigen seit neuesten unsere Standardgaleriebeleuchtung ist. Science-Fiktion-konditioniert, wie wir waren erinnert mich diese Lichthalbkugel an HAL. HAL ist der Computer in Stanley Kubriks berühmten Science-Fiktion-Klassiker „Odysee 2001“ Auf der Reise zum Jupiter versucht HAL sich von der menschlichen Besatzung zu emanzipieren, indem er sie umbringt. Ein überlebender Astronaut kann ihn im letzten Moment deinstallieren. Während dieses Prozesses bitte HAL um sein Leben und verliert von deinstallierter Festplatte zu Festplatte seinen Verstand. Am Ende bleibt nur sein Testlaufprogramm, welches mit ersterbender Stimme das englische Kinderlied „Daisy Daisy“ singt. und Gerhard Grimmeisen und ich fanden, dass wir mit dieser Kombination nun endgültig in einem Kunstraum angekommen waren.

Am Ende dieser Rede wollte ich eigentlich schon loslegen mit meiner Kritik am turbokapitalistischen Kunsthandel und der zunehmenden Kommerzialisierung von Lichtkunst, insbesondere Lichtkunstfestivales. Dann erinnerte ich mich aber rechtzeitig an den Titel unsere Ausstellung, der ja auch mit „Wasserburg leuchtet“ beginnt, ganz sowie unser städtisches Lichterfest. Es liegt nahe, dass „Wasserburg leuchtet“ den Titel von Thomas Manns Novelle „München leuchtet“ adaptiert, der eigentlich „Gladius dei“ heißt; das göttliche Schwert. „In dieser literarischen Karikatur vom rächenden Schwert Gottes attackiert Thomas Mann auf ironische Weise den sterilen Kunstbetrieb seiner Zeit im Allgemeinen und den florierenden Münchner Renaissancekult im Besonderen. Der Begriff Renaissance steht hier für eine Zeit ohne eigene Kreativität, in der es nur noch möglich ist, Vergangenes zu reproduzieren, das heißt bloße Imitationen zu schaffen, ja einfallsloser noch: bloße Fotos von Imitationen, also Reproduktionen von Reproduktionen anzufertigen. Kunst wird auf Dekor reduziert. An die Stelle des ursprünglichen Kunsterlebnisses tritt eine voyeuristische Konsumentenhaltung. Nur als Ware hat Kunst noch eine Funktion. Nicht mehr der Künstler, sondern der sich als Kunsthändler aufspielende Kaufmann bestimmt ihre Bedeutung. Doch auch der Kritiker solch kommerzieller Reproduktivität gerät zur bloßen Reproduktion, nämlich die des Girolamo Savonarola. Als Kopie seines Renaissancevorbilds wird er selbst zum lächerlichen Epigonen und sein flammender Protest zum bloßen Abklatsch.“

Vieles aus Thomas Manns Novelle ließe sich auf den heutigen Kunstbetrieb übertragen, ebenso auf die heutige Kunstkritik. Um nun nicht ein ähnliches Schicksal, wie das des aus dem Kunstladen geschmissenen Protagonisten Hironymus zu provozieren, geschweige denn das des gelynchten Savonarola beende ich hiermit meine Laudatio Ganz zum Schluss aber möchte ich noch auf die Performance von DJ Bassinkys aufmerksam machen, der entgegen seiner Gewohnheit heute seinen Auftritt mit dem Rücken zum Publikum gestaltet, flankiert von einer Videoprojektion auf der Gruberfassade gegenüber, alle ein bisschen ironisch aber bestimmt nicht weniger unterhaltsam.

Herzlichen Dank

Stefan Scherer | 16.09.2016

 

 

 

 

LETZTE AUSSTELLUNGEN:

GROSSE KUNSTAUSSTELLUNG 2016

Ausstellung | Rathaus, Galerie im Ganserhaus / Schmidzeile 8

30.07.  –  28.08.2016 | täglich von 10 – 18 Uhr

Jurorenausstellung | Städtisches Museum / Herrengasse 15 | Di. – So. 13 – 17 Uhr

 _E9A7019_E9A7038

Kunstpreisträger, Jonas Münch

_E9A6931_E9A6922Performance, Theo Huber

 

 

Annegret Bleisteiner, Wolfgang L. Diller, Friederike & Uwe

Vernissage /  23.04.2016, 18 Uhr in der Galerie im Ganserhaus
Ausstellung / 24.04.  –  22.05.2016
Donnerstag bis Sonntag von 14 – 19 Uhr
Galerie im Ganserhaus / Schmidzeile 8 / Wasserburg am Inn

 

LOST IMAGES

Stefan Scherer | Kunst und Texte | Einführungsrede zur Vernissage am 23.04.2016

Lost Images; …was kann das bedeuten, verlorene Bilder, abhanden gekommene Vorstellungen oder etwa der Verlust des Gesamteindruckes, den eine Mehrzahl von Menschen von einem Meinungsgegenstand haben, dem „Image“ also? Oder mal runtergebrochen auf den Erlebnischarakter einer traditionellen Kunstausstellung vielleicht der Schock erstmal keine Meinung zu haben, ratlos zu sein oder der Verlust der persönlichen Deutungshoheit angesichts eines hochherrschaftlich etablierten Bildersturms in einschüchternder Architektur. Dabei liefern wir uns tagtäglich und weit selbstbewusster in Chaträumen, den Social Media, PC-Spielen, Onlinegames und ihren virtuellen Welten einem Tsunami an Bildern und Informationen aus, ohne im Geringsten an unserer Urteilsfähigkeit zu zweifeln. Und wir lassen es geschehen, dass sich in unserem Inneren Bilder- und Erinnerungsfetzen breitmachen, die hinterrücks die Gemengelage unserer Gefühle aufmischen. Ohne ein Verschwörungstheoretiker zu sein ist es vorstellbar, dass sich in dieser, bewusst nicht mehr zu bewältigen Menge an Eindrücken, virulente Botschaften befinden, die uns beeinflussen, um nicht zu sagen infizieren.

Wolfgang L. Diller, Annegret Bleisteiner und das Künstlerpaar Friederike & Uwe unternehmen nun den Versuch einen Tropfen aus diesem Ozean der Aussagen und Inhalte herauszudestillieren, makro- und mikroskopisch zu analysieren, als ein uferloses, ästhetisches und soziales Phänomen in Bildern, Objekten, Medienskulpturen und Installationen und das alles weit witziger und spielerischer, als ich das hier sprachlich darstellen könnte.

Das geht auch gleich los mit der großformatigen Malerei, einer ätzenden Riesenpersiflage von Wolfgang Diller im Eingangsbereich. Sie zeigt passend zum Ort Ihrer Hängung die Szenerie einer Vernissage. Die Figuren gestikulieren oder inszenieren sich, tanzen und sind im Ganzen vor allem mit sich selbst beschäftigt. Von diesen ca. fünfzig Gestalten schauen dann, wenn man nachzählt auch tatsächlich nur drei auf den Anlass dieses Geschehens, nämlich die Bilder im Hintergrund der dargestellten Ausstellung. Am unteren Rand des Gemäldes malt Wolfgang Diller dazu die Textfenster eines Onlinechats, das in seiner unterirdischen Sprache in etwa soviel Erlebnischarakter hat, wie die darüber dargestellte Vernissage.

Alles zusammengenommen verweist diese Malerei, die durch ihre kristallinen Formen so einen seltsamen kubistischen Charakter hat, nicht nur inhaltlich auf die virtuellen 3D Welten, wie Second Life, sondern auch formal auf ihre visuellen Gestaltungsmittel, wie das Low-Polygon, ein geometrisches Vieleck aus dem am Anfang des Jahrtausends diese virtuellen Welten gebaut wurden.

 Wolfgang L. Diller ist gelernter Kunshistoriker und Videokünstler der ersten Stunde. Erste Stunde, das waren die Achtziger und wer von ihnen damals schon bewusst an der Medienwelt teilnehmen konnte, erinnert sich bestimmt an die abendliche, besinnlich-meditative Sendung des bayrischen Fernsehens Z.E.N, „Zuschauen Entspannen Nachdenken“ mit entspannenden Landschaftsbildern und meist anspruchsvollen, literarischen Texten. Wolfgang Diller macht aus dem Fernseher ein schwebendes Klohäuschen, also auch ein Ort der Meditation und nennt in Anlehnung an diese Sendung seine Medien-Installation ebenfalls Z.E.N. nur jetzt in der Bedeutung von „Zuhauen, Enthaupten, Nachtreten“. Das lässt schon erahnen, welche Sorte von Entspannungsfilmchen auf dem dort installierten Hartware-Kitsch, wie Diller seine, IPads und Minibeamer nennt zu sehen sind.

Im ersten Stock auf der Galerie gibt’s dann noch mal Diller-Malerei satt. Man steht in einem Kosmos krachbunter, raumsprengender Malerei. Eigentlich zu wenig Luft, kein Atem oder zu wenig Platz für diese drastische Farbigkeit. Frederike vom Künstlerduo Friederike & Uwe, die schon öfter mit Wolfgang L. Diller ausstellte erklärte dazu sehr schlüssig, dass diese dichte Hängung, die sich so durch die ganze Ausstellung zieht in ihren gemeinsamen Ausstellungen Methode ist. Diese Überfüllung reflektiere die schnelle dichte Folge von Bildern, wie wir sie im Internet zu sehen bekommen und ist somit eine Metapher für die Atemlosigkeit dieser monströsen, schnellen Bilderfolge in den neuen Medien.

Im folgenden Raum ist sie Wolfgang Dillers auf eine bestimmte Weise theatralisch inszenierte Videowelt „Dynamic Mix 2000“ zu sehen. Die besteht zunächst einmal aus einer klassischen Spielekonsole, wie sie in Spielhallen zu finden ist und einer wandgroßen Projektionsfläche, die rechts und links von ebenfalls wandgroßen Papierarbeiten ergänzt wird. Da die ganze Technik und ihre Inszenierung sehr komplex ist, leihe ich mir hier gerne die Beschreibung auf seiner Webseite.

In Dynamic Mix 2000 ist die auf direkteste Weise verwirklichte Verwebung traditioneller und innovativer Medien Das Leveldesign dieser Kunstwelt besteht wiederum aus der eigenen Kunstproduktion der 80er Jahre – hier Comics und Copy/Art. einfachste schwarzweiß Grafiken, sind die Texturen für sämtliche Oberflächen von Dynamic Mix 2000.“ Wolfgang Diller meint damit u.a. die an der Wand installierten, großformatigen Papierarbeiten, die wie Kulissen funktionieren und auch im Video verwand werden. Dies ist natürlich ein klares Statement zu den Nachahmungszwängen des kommerziellen Gamedesigns und eine Absage an den dort vorherrschenden Abbildrealismus.Prinzipiell handelt es sich bei diesem Spiel um ein uraltes Demo aus den 90ern, welches umgearbeitet wurde, indem die Programmierung ebenso wie Modelle und Töne verändert wurden. Und selbstverständlich hat das Spiel eine Auflösung. Im übrigen werden keinerlei Erwartungen an ein kommerzielles Spiel erfüllt, denn schließlich ist das hier voller „K”, also z. B. Kunst

Im nächsten Raum montierte Wolfgang Diller seine Videoinstallation „Sick And Bored Of Being Sick And Bored“. Also, krank und gelangweilt vom Krank- und Gelangweiltsein und wie der Titel schon andeutet, ist diese Videoinstallation eine Art flackernde Endlosschleife. Wolfgang L. Diller selbst sagt dazu: „Als nonlineares Video hat „Sick And Bored Of Being Sick And Bored“ kein Ende, ist also unendlich, als Work in Progress angelegt“ Und er erklärt weiter: „In diesem Video werden ästhetische Prinzipien der Malerei und der Installationen des Medienrealismus der 80er auf das Medium Bewegtbild übertragen. Statt Malerei abzufilmen und zu animieren, wird das Videomaterial mit “elektronischen” Techniken “malerisch” bearbeitet. Vorgefundene Videos werden dabei mit  eigenen Videoaufnahmen gemischt. Die verwendeten “Filmschnipsel” entstammen zumeist Filmen der 50/60er von Antonioni & Godard, auch Kluge, Fassbinder u.a. . Am Ende des Compositings steht eine ästhetisch-homogene Einheit.“ Als kleine Pointe dieser Installation, die auch mit den Mitteln der Appropiation-Art, dem konzeptuell-strategischen Kopieren anderer Kunstwerke spielt. darf der Betrachter als Bestandteil und in Echtzeit dieser Videoinstallation auf einem der kleinen Monitore teilnehmen.

Zu guter letzt geht Wolfgang Diller in den Untergrund, in unseren Keller und seine virtuelle 3D-Welt „Ancient City“; eine Art Ruinenstätte aus der Zeit der Schwarzweissbilder; über die im Zeitraffer auf zwei großen Projektionsflächen unaufhörlich Wolken über den grauen Himmel ziehen. Die Bilderwelt von „Ancient City“ zeigt Standbilder und Videos aus den sechziger Jahren, Bürgerrechtsbewegungen, Studentenunruhen etc. Filmische Basis sind Wochenschauausschnitte, die mit chimärenhaften Bildausschnitten immer wieder die Atmosphäre durchbrechen, aufsteigen und vergehen. Jeder Besucher kann teilhaben, die Steuerung übernehmen und bestimmen, wohin das Erleben dieser Kunstwelt führt, beschreibt Wolfgang Diller diese 3D-Welt, die wiederum nur ein Teil seines Medienkunstprojekts „Videocities“ darstellt. Mich führte sie jedenfalls in die absurden, multimedialen Inszenierungen des Wolfgang Diller, die mich so in Anspruch nahmen, dass ich mich am Ende, als ebenso erfrischten, wie verstörten Teil eines multimedialen Scherzes in einem todernsten Kunstwerk wiederfand.

Ähnlich am Rande der Ironie und des strategischen Humors balanciert, das Künstlerpaar Frederike & Uwe. Frederike und Uwe, das sind Friederike Dopheide und Uwe Wulz, die als deutsches Künstlerpaar seit 1994 unter dem Label „Friederike & Uwe“ arbeiten. „Sie setzen sich in ihren Werken primär mit Kitsch, Konsum und Medien auseinander und konzentrieren sich dabei auf die Bereiche Gestaltung von Bildobjekten, Performance und Video-Kunst. Sie persiflieren dabei nicht nur ihre Themen, sondern häufig auch sich selbst. Bei ihren Pixelbildern nutzen sie häufig die verfremdende Wirkung von Ministeck-Mosaiken.“

Diese Ministeck-Bilder hier im Erdgeschoss beziehen ihre Motive vor allem aus Videospielen und sind von gnadenloser Farbigkeit. Und wenn ich noch am Anfang geneigt war soetwas, wie ein pointilistisches Rauschen zu unterstellen, erschienen mir am Ende diese Bilder doch als kalte, aseptische Oberflächen aus in Plastik gegossenen Pixeln. Ganz unübersehbar verlieren diese Plastik-Mosaike aber nicht ihren Bezug zur Malerei. In ihrem Mikrokosmos wirken diese winzigen Plastikteilchen, wie Pinselstriche oder tausend Linien einer komplexen Zeichnung und ich fing schon an zu spekulieren, ob ein klassisches Gemälde dieser Größe wohl mehr Pinselstriche als Mosaiksteinchen benötigen würde. Gleichzeitig reflektiert diese Technik den Waren-Charakter und vielleicht sogar den wahren Charakter zeitgenössischer Kunst. Denn diese Ministeck-Technik ließe sich ja kinderleicht wiederholen und massenhaft reproduzieren – übrigens ein Kitschmerkmal – und stellt damit alles in Frage, was wir als Kunstkriterien so zur Verfügung haben, wie z.B. Authentizität, Originalität und Innovation. Genialität ist mit dem Ende der Postmoderne schon kassiert.

Im Gespräch mit Friederike bekam ich dann auch einen kleinen Einblick in die konsumkritische Haltung des Künstlerpaares. So postuliert Frederike Kunst nicht nur als Ware einer westlich-kapitalistischen Bewusstseinsindustrie, sondern nach Walter Benjamin als „Ware durch und durch“. Die Profanität ihrer künstlerischen Mittel demonstrieren Friederike & Uwe dann auch gleich in ihren aus Putzschwämmen gerasterten Putzfrauenporträts mit einem, diese Serie pointierenden Eimer-und-Wischmob-Objekt aus demselben Material.

Im ersten Stock steigern Frederike und Uwe ihre Neigung zu Kitsch und Persiflage schließlich in eine vielteiliges, die ganze Wand beherrschendes Allover von Kunststoffmosaiken Ausgehend vom Konzept des wenigstens in meiner Generation jedem bekannten Kinderspiels „Memory“, klappen Uwe und Frederike ihre kleinen, neben, unter- und übereinandergelegten Ministeckbilder dort in die Museumsperspektive. Dabei benutzen sie das Wort „Memory“ in doppelter Bedeutung, also nicht nur als Spielbezeichnung, sondern auch als tatsächliche Erinnerungen ihrer Generation. Die Bildmotive bestehen nämlich zum größten Teil aus nicht mehr vorhanden Zeichen, Spielen und Sendungen, wie, z.B. dem ehemaligen Testbild des deutschen Fernsehns, frühen PC-Spielen, wie Supermario und nicht zuletzt persönlichen Erinnerungen. Und auch die Hängung selbst stellt auch ohne den Hinweis auf das adaptierte Spiel nochmal ein Charakteristikum im Werk von Frederike & Uwe dar. Die serielle Produktion, das quasi massenhafte Auftreten ihrer Werke, ihre Reproduzierbarkeit und nicht zuletzt die Verwendung des Klischees als Motiv, verweist zwischen Kitsch und Trash auf Kunst, als Teil einer unüberschaubaren, medial-gesteuerten Warenwelt.

Einen Ausflug in die scheinbar nicht zu bändigende Materialschwemme dieser ausufernden Warenwelt bietet uns auch Annegret Bleisteiner in ihrer, sich über zwei Stockwerke ausbreitenden Installation „Wonderful World“

Annegret Bleisteiner, die u.a. bei Konrad Klappheck und Rosemarie Trockel studiert hat inszeniert hier einen Plastikstrom aus Haushaltswaren, Kinderspielzeug und Gebrauchsgegenständen, der sich von unsere Galerie, wie ein Wasserfall in bunten Plasikströmen herabstürzt und unten angekommen kräuselnd unseren Plastikalltag produziert Im Gespräch mit Annegret Bleitsteiner erklärte sie mir dann auch, welche Bedeutung diese Plastikorgie für sie hat, bzw. ihre persönliche Beziehung zwischen Nützlichkeit und Schädlichkeit zu diesem Material. So ist diese Installation nicht nur ein Metapher für ihren Alltag zwischen Kindern, Haushalt und Atelier, der diese Kunststoffflut produziert, sondern auch der Werkstoff aus dem sich fast alles Nützliche herstellen lässt, der aber gleichzeitig ganze Landstriche und Ozeane verseucht. „Wonderful World“ ist so gesehen das Gleichnis eines Stroms von Ambivalenzen, eines ständigen Entscheidungskonflikts der in Waren und Bildern unaufhörlich auf uns niederprasselt.

Im ganzen Haus verteilt und unverkennbar in ihrer farblichen Verwandtschaft zu dieser Installation, hängen die Malereien von Annegret Bleisteiner. Heiter, frisch, bunt bis knallig und radikal unbemüht. Wir unterhielten uns darüber und Annegret Bleisteiner erzählte ein bisschen über ihre Phasen der Malerei, auch über ihre graue und Schwarzweiss-Perioden. Und schließlich auch die Geschichte über die Aufarbeitung der leidvollen Vergangenheit ihrer Grosseltern im düsteren Nazideutschland und ihrem Entschluss quasi komplementär dazu Bilder voller Licht und Farbe zu malen und das so leicht, selbstverständlich und bedenkenlos, dass es jede Kategorisierung überflüssig macht.

Fast am Ende des Ausstellungsrundgangs montiert Annegret Bleisteiner ihre Installation Samba. Ich konnte nicht mehr ganz ergründen, was der Titel bedeutet. Rein visuell aber erscheint mir die Installation, wie der Tanz, quadratischer, Stickbilder um einen Monitor auf dem u.a eine verwesende, von Kaulquappen angefressene Maus zu sehen ist. Annegret Bleisteiner beschreibt diese Stickbilder als Gefühle auf Stoff und zu dem Video verwies sie mich auf die Fabel „Katze und Maus“ von Franz Kafka.

„Ach“, sagte die Maus, „die Welt wird enger mit jedem Tag. Zuerst war sie so breit, daß ich Angst hatte, ich lief weiter und war glücklich, daß ich endlich rechts und links in der Ferne Mauern sah, aber diese langen Mauern eilen so schnell aufeinander zu, daß ich schon im letzten Zimmer bin, und dort im Winkel steht die Falle, in die ich laufe.“ „Du mußt nur die Laufrichtung ändern“, sagte die Katze und fraß sie.

Für diese Fabel bin ich Annegret sehr dankbar, weil sich die kafkaeske Situation, die in dieser Fabel beschrieben wird in gewissem Maße auf die ganze Ausstellung übertragen lässt. Denn auch wir, eingesponnen in unsere Ängste und Zwänge, lassen uns zu gerne verleiten zur Flucht vor der realen Welt in das “second life”, in den Eskapismus den Wolfgang L. Diller uns so humoresk und ironisch vor Augen hält, oder wie Annegret Bleisteiners Kosmos des Konsums und seiner Plastikströme, und nicht zuletzt, Friederikes & Uwes Universum des Kitsch und Klischees,…denn am Ende wartet immer die Katze.

Stefan Scherer | 23.04.2016 | www.stefanscherer.com

 

 

 


 

letzte  Ausstellungen:

kunstraum1

Luitpold Gymnasium & AK68 präsentieren
Arbeiten aus der Oberstufe 2014/2016

Vernissage / Sa, 09.04.2016, 17 Uhr in der Galerie im Ganserhaus
Ausstellung / 10.04.  –  16.04.2016
Donnerstag bis Sonntag von 14 – 19 Uhr
Galerie im Ganserhaus / Schmidzeile 8 / Wasserburg am Inn

 


 

 

gorbat_show

“GorbatSHOW PLUS”

Vernissage / Sa, 12.03.2016, 18 Uhr in der Galerie im Ganserhaus
Ausstellung / 13.03.  –  03.04.2016
Donnerstag bis Sonntag von 14 – 19 Uhr
Galerie im Ganserhaus / Schmidzeile 8 / Wasserburg am Inn
Pressetext:
Aus dem Osten in den Süden. Unpolitisch wie noch nie. Die gorbatSHOW präsentiert GorbatSHOW PLUS, eine Auswahl aus Dresden, Leipzig und Berlin kommenden Künstlern. Die Ausstellung zeigt unterschiedliche Positionen in der Tradition einer Free-Wodka-Show. Geboten wird Malerei, Zeichnung, Skulptur, Objekt und Video, ein Querschnitt durch die junge zeitgenössische Kunstszene mit den Künstlern Max Aschenbach, Elizabeth Charnock, Theo Huber, Nadja Kurz, Johanna Rueggen, Florian Schmidt, Juliane Schmidt, Maria Schwerdtner, Dominic Hausmann dem Wasserburger Urgestrüpp und der gorbatSHOW-Crew Nicolás Dupont, Moritz Liebig, Matthias Materne und Matti Schulz. Zum Auftakt erwartet Sie eine Multimedia-Performance unter dem Titel “Multiples Lo-Fi im Keller” von Theo Huber und zahlreiche Werke bei denen weder Geschick, Biss, noch Witz, noch zahllose Drinks fehlen werden.

 


 

 

Lisa Endriss  “David and Goliath for Paradise now”

Vernissage / Sa, 23.01.2016, 18 Uhr in der Galerie im Ganserhaus
Ausstellung / 24.01.  –  21.02.2016
Donnerstag bis Sonntag von 14 – 19 Uhr
Galerie im Ganserhaus / Schmidzeile 8 / Wasserburg am Inn

Mitgliederausstellung 2015  – “Zwischen Himmel und Hölle”

Vernissage / So, 06.12.2015, 15 Uhr in der Galerie im Ganserhaus
Ausstellung / 07.12.2015  –  10.01.2016
Donnerstag bis Sonntag von 14 – 19 Uhr
Galerie im Ganserhaus / Schmidzeile 8 / Wasserburg am Inn
Eindrücke von der Ausstellungseröffnung:

 

 


seebauer_2015

Adelheid Seebauer – Retrospektive
Vernissage / Sa, 17.10.2015, 15 Uhr in der Galerie im Ganserhaus
Ausstellung / 18. – 25.10.2015
Donnerstag bis Sonntag von 14 – 19 Uhr
Galerie im Ganserhaus / Schmidzeile 8 / Wasserburg am Inn

 

 

Große Kunstausstellung 2015
Vernissage / Sa, 25.07.2015, 17 Uhr im Rathaus
Ausstellung / 26.07.2015 – 23.08.2015
täglich von 10 – 18 Uhr
Rathaus und Galerie im Ganserhaus / Schmidzeile 8 / Wasserburg am Inn
Eindrücke von der Ausstellungseröffnung:

 

 


 

Rosa Maria Krinner und Dieter Breitschwerdt
Zeichnungen | Malerei | Plastiken | Objekte
Vernissage / Sa, 09.05.2015, 18 Uhr
Ausstellung / 10.05.2015 – 07.06.2015
donnerstags bis sonntags von 14 – 19 Uhr
Galerie im Ganserhaus / Schmidzeile 8 / Wasserburg am Inn

 

Eindrücke von der Ausstellungseröffnung:

 


 

Crépuscule
Wasserburg im Porträt
Künstlerporträts und Porträtkunst aus Wasserburg
Vernissage / Sa, 21.03.2015, 18 Uhr
Ausstellung / 22.03.2015 – 19.04.2015
donnerstags bis sonntags von 14 – 19 Uhr
Galerie im Ganserhaus / Schmidzeile 8 / Wasserburg am Inn

>> Eröffnungsrede zur Vernissage am 21.03.2015

Eindrücke von der Ausstellungseröffnung:


Crépuscule
crépuscule – caduta sassi
Vernissage / Sa, 24.01.2015, 18 Uhr
Ausstellung / 25.01.2015 – 22.02.2015
donnerstags bis sonntags von 14 – 19 Uhr
Galerie im Ganserhaus / Schmidzeile 8 / Wasserburg am Inn

 


 Mitgliederausstellung_14
Mitgliederausstellung 2015 – “Grenzen”
Vernissage /   07.12.2014, 15 Uhr
Ausstellung /  08.12.2014 –  11.01.2015
donnerstags bis sonntags von 14 – 19 Uhr
Galerie im Ganserhaus / Schmidzeile 8 / Wasserburg am Inn

 


Sonderausstellung – Verkauf von Kunstspenden
Vernissage /  28.11.2014, 18 Uhr
Auktion /  30.11.2014, 16 Uhr

In der Galerie im Ganserhaus
, Schmidzeile 8, Wasserburg am Inn

 


rural-art-karte-front


rural ART
abcdef | Sebastian Sdkaröe Daschner und Sebastian Wolf / Real Twenty
Vernissage /  Sa 25.10.2014, 18 Uhr
Ausstellung /  26.10. –  23.11.2014
donnerstags bis sonntags von 14 – 19 Uhr


gka_2014

Große Kunstausstellung
Vernissage /  Sa 26.07.2014, 17 Uhr
Ausstellung /  27.07. –  24.08.2014, tgl. 10 – 18 Uhr

Im Rathaus der Stadt Wasserburg am Inn und der Galerie im Ganserhaus
, Schmidzeile 8, Wasserburg am Inn täglich von 10 – 18 Uhr.
Die Jurorenausstellung ist dienstags bis sonntags von 13 – 17 Uhr im Städtischen Museum zu sehen. Die Eintrittskarte berechtigt zum Eintritt in alle drei Häuser.



Fotos: Martin Weiand

 


Günter Tuzina, Jochen Niessen
“Parallele Welten – Bilder und Papierarbeiten”

Vernissage /  Sa 03.05.2014, 18 Uhr
Ausstellung /  So 04. – Do 29.05.2014
donnerstags bis sonntags von 14.00 – 19.00 Uhr

> Rede zur Vernissage

Pressetext:

Der Arbeitskreis 68 präsentiert:
Günter Tuzina – Jochen Niessen
„Parallele Welten“ – Bilder und Papierarbeiten
in der Galerie im Ganserhaus

Am Samstag, den 3. Mai eröffnet die Ausstellung „Parallele Welten“ in der Galerie im Ganserhaus. Günter Tuzina und Jochen Niessen präsentieren in ihrer Gemeinschaftsausstellung Bilder und Papierarbeiten, die das Thema Parallele Welten aus künstlerischer Sicht aufzeigen. Auch einige Gemeinschaftswerke werden vorgestellt. Viele nationale und internationale Ausstellungen begleiten das Schaffen der beiden renommierten Künstler, die seit langem zusammenarbeiten.

Günter Tuzina, Jahrgang 1951, wurde in Hamburg geboren. Nach einer Lehre als Stahlgraveur studierte er in den Jahren 1971-77 an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg. Nach Stationen in Köln, Berlin und München lebt und arbeitet der Künstler heute wieder in Köln. Tuzina erforscht seit den 1970er Jahren die Grundprinzipien des Malens. Seine Arbeiten bestechen im Stil des Minimalismus durch ihre Einfachheit, Logik und klare Sachlichkeit. Der Künstler kombiniert Linien, Quadrate, Vierecke und Farbfelder innerhalb eines Rahmens zu einer faszinierenden Synthese zwischen Gleichgewicht und Spannung.

Jochen Niessen, Jahrgang 1959, wurde in Kaiserwerth geboren. Er lebt und arbeitet in München und in Sonnendorf bei Halfing. Seine Arbeiten auf Papier oder auch auf Leinwand vereinen Malerei und Zeichnung. Über Konventionen und die etablierten Regeln malerischer Techniken setzt sich Jochen Niessen gekonnt hinweg. Niessen zeichnet auf gemalte Flächen und bedeckt Partien seiner Bilder mit durchscheinenden oder dichten Lagen von Graphit oder Signierkreide. Er lässt so eine faszinierende, hoch differenzierte Malerei entstehen und zeigt deren materiellen Aufbau. Seine in sich stimmigen Kompositionen wirken ebenso lebendig wie konzentriert und bringen Ruhe und Ausgewogenheit zum Ausdruck.

Es sprechen zur Eröffnung um 18 Uhr
Dr. Markus Brezina, Erster Vorsitzender des AK 68 und Stefan Scherer, Kurator.

Ausstellungsdauer: 4. Mai bis 29. Mai 2014,
geöffnet jeden Donnerstag bis Sonntag von 14 bis 18 Uhr.

Wolfgang Janeczka
für den Arbeitskreis 68


 

A. Trespi, J. Simon, H. Seyboth, S. Effinger
“Im Wald – Gruppenausstellung”

Vernissage /  Sa 22.03.2014, 18 Uhr
Ausstellung /  So 23.03.2014 – So 20.04.2014
donnerstags bis sonntags von 14.00 – 19.00 Uhr
Galerie im Ganserhaus / Schmidzeile 8 / Wasserburg am Inn

Presseartikel OBV: “Romantische Seelenlandschaften”

Pressetext:

Im Wald
Mehr als möglicherweise im südeuropäischen mediterranen Kontext ist der Begriff Wald in Mittel- und Nordeuropa und insbesondere in Deutschland mit weit reichenden Konnotationen behaftet. Diese betreffen die Konfrontation mit der unzivilisierten Natur, die Auseinandersetzung mit dem christlichen Glauben, aber auch den Topos, beziehungsweise den Propagandabegriff nationaler Identität. Wald steht für die ungebändigte, wilde Natur, er ist der Gegenentwurf zum rationalen Weltbild und er ist Sehnsuchtsort und Projektionsfläche für den Wunsch nach einer heilen, harmonischen, ursprünglichen Welt. So ist es kein Zufall, dass die Epoche der Romantik, die ja eine genuin deutsche „Erfindung“ ist, gerade in einer Zeit nationaler Selbstfindung, den Wald in Kunst, Musik und Literatur als komplexes Bild einer melancholischen Seelenlandschaft einführt. Im romantischen Weltbild spielt der Wald eine ebenso zentrale Rolle wie die so genannte Italien- Sehnsucht der deutschen Künstler.

Um auf den Ursprung der deutschen WaldLiebe zu verweisen, sei eine Stelle des romantischen Dichters Heinrich Heine zitiert: Der Nationalglaube in Europa, im Norden noch viel mehr als im Süden, war pantheistisch, seine Mysterien und Symbole bezogen sich auf einen Naturdienst, in jedem Elemente verehrte man wunderbare Wesen, in jedem Baume atmete eine Gottheit, die ganze Erscheinungswelt war durchgöttert; das Christentum verkehrte diese Ansicht, und an die Stelle einer durchgötterten Natur trat eine durchteufelte. *

Das Zitat beleuchtet schlaglichtartig, warum der Begriff Wald jene eminente Strahlkraft erlangen konnte, die er bis in die gegenwärtige Zeit nicht verloren hat: Weil er symbolisch steht für die sich ständig vergrößernde Kluft zwischen der rationalen, dem Menschen sich selbst entfremdende Zivilisation einerseits und der Sehnsucht nach dem mit sich selbst und der Natur in Eins sein. Für Heine war der eigentliche Sündenfall das Christentum mit seiner Abschaffung der pantheistis chen Natur- und Götterwelt und der Aufspaltung der menschlichen Seele in eine rationale, kontrollierte Hälfte und in eine naturhafte, triebhafte, emotionale, zutiefst gefühlvolle unterdrückte andere Hälfte.

In den vorgestellten Werken wird der ganze Raum zwischen den Polen Wald als Sehnsuchtslandschaft und Wald als Horrorszenario beleuchtet.

* Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland, aus Revue Des Deux Mondes, 1834

Hilde Seyboth
Hilde Seyboth´s Arbeiten umkreisen die Themen Zeit-Raum-Körper, unablässige Positionsbestimmungen des eigenen Ichs in der Welt, ein Erforschen der inneren Zusammenhänge und Abläufe, zum Ausdruck gebracht in Skulpturen, Objekten, Fotografien, Videoarbeiten und Installationen. Ihre Waldstücke sind mit der Kettensäge aus halbierten Baumstämmen herausgeschnitten und farbig gefaßt. Durch ihre dunkle Farbe wirken sie geheimnisvoll bis bedrohlich.

Sabine Effinger
Der Wald bietet eine Folie für Projektionen, er steht für das Dunkle, die Angst, die Gewalt, die Verführung, die Lust. All das taucht in den Subtexten von Märchen auf. In ihrer Wandarbeit greift Sabine Effinger auf diese Zuschreibungen zurück und setzt auf einer von Camouflagemustern inspirierten Oberfläche Märchenfiguren in kleinen Zeichenanimationen neu in Szene. Eine Fortsetzung erfährt die Thematik in zusätzlich gezeigten Zeichnungen. Spielerisch und leicht wirkt, was am Ende doch ins Dunkel des Waldes führt.

Johannes Simon
Eine persönliche Erfahrung – Mit der in Perugia gezeigten Fotoarbeit rekurriert Johannes Simon auf die eigene Entwicklungsgeschichte, auf eigene Erfahrungen der Kindheit. Es handelt sich um eine 30-teilige Fotoserie, Selbstporträts, die in Art eines Rituals täglich im Wald entstanden sind. Die tägliche Foto-Arbeit ist jeweils zweiteilig. Sie umfasst ein menschenleere Abbildung einer bestimmten Waldstelle – und am selben Ort eine Abbildung des Künstlers an diesem Ort. Die Fotoserie dokumentiert die Fahrt und Reisewege des Künstlers und Fotografen, sie verdeutlicht seine Entfremdung, sowohl in Bezug zur Natur als auch zu sich selbst und sie symbolisiert die Sehnsucht nach der eigenen Kindheit, den Verlust, der Existenz letztlich definiert und ausmacht.

Alex Trespi
Alex Trespi nähert sich dem Thema auf zwei Weisen. Bei der unbetitelten Videoarbeit geht es um den Zustand des der Zeit und dem Raum Entrückten, was für ihn den Wald ausmacht. Akzentuiert durch Zeitlupe sieht man ein Mädchen beim Schaukeln im Wald, abwechselnd von vorn und von hinten; eine Bewegung, die doch auch Stillstand ist. Die Bilder sind recht laut unterlegt mit O-Ton und zusätzlichen Waldgeräuschen.

Die zweite Arbeit, ebenfalls ohne Titel, präsentiert einen Hochstand, der zu Fall gekommen ist. Gefallen und doch intakt verweist er auf die Jäger-Beute Beziehung, die gebrochen auch im Motiv des Tierkopfes aufscheint.

Ein Gedanke zu “Ausstellungen

  1. Mir gefällt die Website sehr gut.
    Viele Grüße aus Stuttgart
    Christa Klebor

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.